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Evangelischer Kirchenbote 30.7.06
Ehrenamtliche Helfer unterstützen Straffällige seit 50 JahrenPfälzischer Verband im Juli 1956 in Zweibrücken gegründet -Tod einer kirchlichen Mitarbeiterin hat mit der Straffälligenhilfe nichts zu tunDie Straffälligenhilfe leistet nach den Worten von Walter Dury, Vorsitzender des Verbands der Pfälzischen Straffälligenhilfe, einen nachhaltigen Beitrag zum Rechtsfrieden in der Gesellschaft. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützten Straffällige, ihren Weg in die Welt außerhalb der Gefängnismauern zurückzufinden, sagte Dury, der Präsident des Oberlandesgerichts in Zweibrücken ist, anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Verbands der Pfälzischen Straffälligenhilfe. Die Pfälzische Straffälligenhilfe ist neben der Gerichts-, Vollzugs- und Bewährungshilfe die vierte Säule der justizeigenen Sozialarbeit, sagte Dury. Im Juli 1956 wurde sie in Zweibrücken von Fachleuten der Justiz, der freien Wohlfahrtsverbände, der Verwaltung, berufsständischer Verbände und der Wirtschaft gegründet. Auch die Evangelische Kirche der Pfalz und das Bistum Speyer gehören zu den Unterzeichnern der Gründungsurkunde. Der ehrenamtliche Verein ist Dury zufolge bis heute ungeachtet rechtspolitischer Strömungen beständig und erfolgreich. Durch den Idealismus der zum Großteil in der Justiz tätigen Mitglieder könne der Rechtsfrieden effektiver gefördert werden als seitens des Staates. Der Rückzug der staatlichen Strafrechtspflege auf ihren Kernbereich aufgrund knapper Kassen werde sich auch auf das Verhältnis von hoheitlicher und freier Straffälligenhilfe auswirken. Die Zahl inhaftierter Straftäter sei in Deutschland rapide gestiegen, die Gerichte erhöhten ihre Strafmaße. Freien Trägern würden zukünftig verstärkt neue, selbstständige Aufgaben in der Betreuung und Fürsorge von Strafgefangenen zugewiesen, sagte der Verbandsvorsitzende. Die Pfälzische Straffälligenhilfe werde dadurch in ihrer Bedeutung für die soziale Strafrechtspflege gestärkt. Noch immer werde der Straffälligenhilfe von Kritikern vorgeworfen, sich mehr um die Täter als um die Opfer zu kümmern. „Wir sind keine Samariter, wir wollen künftige Opfer vermeiden“, entgegnet Dury. Der beste Opferschutz sei Präventionsarbeit. Dazu engagiert sich der Verband unter anderem im Täter-Opfer-Ausgleich, fördert die Aus- und Weiterbildung von Strafgefangenen und engagiert sich gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Zudem bietet er Projekte zur arbeits- und sozialpädagogischen Betreuung an. Entgegen anders lautenden Presseberichten hat der Todesfall einer Mitarbeiterin der pfälzischen Landeskirche mit der Straffälligenhilfe nichts zu tun. Nach Informationen des „Kirchenboten“ war die Frau, die in Mainz getötet wurde, wie auch ihr Ehemann nicht in der Straffälligenhilfe tätig. Der 32-jährige Vorbestrafte, der nun des Totschlags an der Frau verdächtigt wird, wurde von der Familie seit seiner Jugend aufgrund einer persönlichen Bekanntschaft betreut und wurde später straffällig. Kontakte zu anderen Straffälligen bestanden den Informationen zufolge nicht. epd/KB Bilder von der Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Pfälzischen Straffälligenhilfe. ![]() ![]() Der Vorsitzende des Verbandes der Pfälzischen Straffälligenhilfe Walter Dury ![]() Der rheinland-pfälzische Justizminister Heinz Georg Bamberger ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
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